Aids 

Indirekter Virusnachweis

Um zu prüfen, ob eine Infektion mit HIV erfolgt sein könnte, wird der Arzt zunächst einen Test vornehmen, der die Viren indirekt nachweist. Der dazu verwendete Test zeigt Antikörper an; das sind Eiweißmoleküle, die von bestimmten Immunzellen, den B-Zellen, ausgeschüttet werden und sich speziell gegen HI-Viren richten. Für deren Produktion braucht das Immunsystem allerdings Zeit, weshalb die Antikörper in der Regel frühestens vier Wochen nach der Infektion nachzuweisen sind.

Erst nach einer diagnostischen Lücke von rund drei Monaten kann der Test zuverlässig anzeigen, ob HIV-Antikörper im Blut vorhanden sind. Man spricht dann von einem positiven Testergebnis. Zumeist erfolgt der Nachweis der Antikörper in zwei Etappen: Wenn ein zuerst erfolgter Antikörpersuchtest positiv ausgefallen ist, schließt sich ein zweiter Test zur Bestätigung an.

Direkter Virusnachweis

Von besonders großer und zunehmend wachsender Bedeutung ist der seit Mitte der 1990er Jahre in der medizinischen Praxis mögliche unmittelbare Nachweis der Virus-Erbinformation. Dies geschieht mit der so genannten qualitativen Polymerase-Kettenreaktion, kurz PCR. Ihr Prinzip: Geringste Spuren von Virus-Erbinformation im Blut werden millionenfach vervielfältigt und dadurch sichtbar – was die Frage „Infektion ja oder nein?“ frühzeitig beantworten lässt. Moderne PCR-Tests sind hochempfindlich und können weniger als 50 Kopien viraler Erbsubstanz pro Milliliter Blut nachweisen. Damit ist die PCR die genaueste der verfügbaren Nachweismethoden.

Verlauf- und Erfolgskontrolle

Der direkte Virusnachweis mithilfe der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) wird nicht nur für die Diagnose, sondern auch für die Erfolgs- und Verlaufkontrolle einer Therapie verwendet: Mithilfe der quantitativen Polymerase-Kettenreaktion lässt sich die Menge an Viren im Blut exakt messen, der Schweregrad der Infektion beurteilen und der Erfolg einer medikamentösen Therapie überwachen.